»Peter-Henkenborg-Preis« 2026
Save the date: Festveranstaltung am 5. November 2026
Pünktlich zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai startete die Ausschreibung für den diesjährigen »Peter-Henkenborg-Preis für die Didaktik der politischen Bildung« im Rahmen des Sächsischen Förderpreises für Demokratie. Der Preis wird in diesem Jahr zum sechsten Mal ausgelobt und würdigt innovative Ansätze sowie herausragendes Engagement in der politischen Bildungsarbeit in Sachsen. Der Preis wird vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gestiftet.
In diesem Jahr sind sieben Bewerbungen (Stand 8. Juli 2026) eingegangen, was dem Bewerbungsstand aus den Vorjahren entspricht. Die Jurysitzung - mit Bekanntgabe der Nominierung - findet am 4. September 2026 statt. Zur Festveranstaltung am 5. November im Kleinen Haus des Staatsschauspiel Dresden wird dann der Preisträger/ die Preisträgerin bekanntgegeben. Das Preisgeld beträgt 3.000 €. I Verliehen werden neben dem Peter-Henkenborg-Preis auch der Projektpreis und der Titel »Kommune der Demokratie«. In diesem Jahr feiert der Sächsische Förderpreis für Demokratie sein 20-jähriges Jubiläum.
Hintergrund zum Preis
Der Preis richtet sich an Akteurinnen und Akteure, die über angewandte didaktische Formate, Konzepte oder Materialien verfügen und diese in Sachsen um- bzw. einsetzen. Diese zeichnen sich in besonderer und innovativer Weise aus, indem sie:
- neue, differente und vielfältige Zielgruppen für politische Bildung erschließen,
- anspruchsvolle Partizipationsformate generieren und Lust auf Teilhabe machen,
- Indifferenz gegenüber gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Geschichtsrevisionismus vermeiden,
- politische Bildungsangebote inklusiv und in einer Kultur der Anerkennung entwickeln,
- Politik als Handeln unter Unsicherheit sichtbar machen und Ambiguitätstoleranz trainieren,
- Bildungsprozesse transparent und selbstkritisch gestalten.
Ansprechpartnerin: Martina Kieser I 0341/24872 305 I foerderpreis@amadeu-antonio-stiftung.de
Bisherige Preisträger des Peter-Henkenborg-Preises für die Didaktik der politischen Bildung
Die Didaktik der politischen Bildung trägt wesentlich dazu bei, die politische Urteils- und Handlungsfähigkeit der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere junger Menschen, zu fördern, indem Grundlagen und Funktionsweise einer demokratischen Ordnung vermittelt werden, aber vor allem auch Rechte und Mitgestaltungsmöglichkeiten an gesellschaftlichen und politischen Prozessen beteiligen können. Sie vermittelt außerdem die Fähigkeit zur selbstständigen und reflektierten Urteilsbildung zu politischen Themen und verhindert eine ideologische Vereinnahmung durch die Vermittlung kontroverser Standpunkte im Unterricht.
Aus diesem Grund wurde 2021 die Schaffung eines Preises initiiert, der an Projekte und Initiativen verliehen wird, die
- in der Lage sind, neue differente und vielfältige Zielgruppen für politische Bildung zu erschließen, neue Räume für Vermittlungsformate zu nutzen, traditionelle methodische Settings fortzuentwickeln und zu erweitern,
- anspruchsvolle Partizipationsformate generieren und Lust auf Teilhabe und Partizipation machen,
- Indifferenz gegenüber Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Geschichtsrevisionismus vermeiden,
- politische Bildungsangebote inklusiv und in einer Kultur der Anerkennung entwickeln,
- Politik als Handeln unter den Bedingungen von Unsicherheit sichtbar machen und damit Ambiguitätstoleranz trainieren und
- Bildungsprozesse transparent und selbstkritisch halten und gemeinsam mit Lernenden fortentwickeln.
Außerdem sollen die Angebote
- demokratische Grundwerte und Narrative wie Freiheit, Gleichheit, Pluralität und Solidarität vermitteln,
- auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren,
- sich im Feld außerschulischer politischer Bildung verorten,
- und/ oder Instrumente digitaler politischer Bildung beinhalten.
Peter Henkenborg lehrte zwischen 1999 und 2006 als Professor der Didaktik für politische Bildung an der TU Dresden. Sein Werk umfasst Beiträge zur Didaktik des Politikunterrichts, insbesondere zur gesellschaftstheoretischen Fundierung der politischen Bildung und zur empirischen Unterrichtsforschung. Während seiner Zeit in Dresden erschien u.a. die »Pädagogik der Anerkennung« (2002), die den Zusammenhang zwischen »Demokratie-Lernen« und einer »Kultur der Anerkennung« verdeutlicht. Um sein Wirken für die Politikdidaktik sowie seine Zeit in Dresden zu würdigen, trägt der Preis für die Didaktik der politischen Bildung, der im Rahmen des Sächsischen Förderpreis für Demokratie vergeben wird, seinen Namen.
Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wird seit dem Jahr 2007 jährlich vergeben. Mit dem Preis werden werden Projekte, Initiativen und Kommunen ausgezeichnet, die sich für die Stärkung der Demokratie und Menschenrechte in Sachsen engagieren und sich gegen Rechtsextremismus und Diskriminierungsformen, u.a. Rassismus und Antisemitismus, einsetzen. Der Hauptpreis des Sächsischen Förderpreises für Demokratie ist mit 5.000 Euro dotiert, weitere Nominierte erhalten Anerkennungspreise, die mit je 1.000 dotiert sind. Ausrichtende Stiftungen des Förderpreises für Demokratie sind die Amadeu Antonio Stiftung, die Freudenberg Stiftung, die Sebastian Cobler Stiftung, die Dirk Oelbermann Stiftung sowie die Holger-Knoppe-Stiftung.
Seit dem Jahr 2021 wird in Kooperation mit dem Freistaat Sachsen im Rahmen des Förderpreises für Demokratie der Peter-Henkenborg-Preis für die Didaktik der politischen Bildung vergeben.
Ziel der jährlichen Festveranstaltung zum Sächsischen Förderpreis für Demokratie ist es, den Menschen, die tagtäglich - auch zum Teil unter widrigen Bedingungen - für ein demokratisches, solidarisches und tolerantes Miteinander einsetzen, eine Bühne zu geben und ihre Geschichten zu erzählen und zu würdigen.