Eine Aufarbeitung des NSU-Komplex wurde seit der Selbstenttarnung des rechtsterroristischen Netzwerkes 2011 zunächst durch das andauernde Engagement der Angehörigen der Mordopfer und der Betroffenen sowie einer engagierten Zivilgesellschaft eingefordert und getragen.
Die Regierung des Freistaates Sachsen begann gemäß Koalitionsvertrag ab 2020 neben den staatlichen Versuchen der Auseinandersetzung wie parlamentarischen Untersuchungsausschüssen oder dem Gerichtsprozess auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex zu fördern. Indem zivilgesellschaftliche Theaterprojekte, Ausstellungen, Studien, zahlreiche Gedenk- und Bildungsveranstaltungen in Chemnitz und Zwickau sowie die Errichtung eines Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex unterstützt wurden, übernahm die sächsische Regierung Verantwortung und trug gleichzeitig dazu bei, das Thema in der Erinnerungskultur des Freistaates und der Bundesrepublik zu verankern.
Einen Schwerpunkt der Bemühungen bildete der Einsatz für die Verstetigung der Aufklärungs- und Bildungsarbeit an einem langfristigen Standort – vorbereitet durch eine 2023 veröffentlichte Machbarkeitsstudie. Sachsen hat in diesem Prozess eine Vorreiterrolle eingenommen, sodass mit »Offener Prozess. Ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex« in Chemnitz am 25.05.2025 der bundesweit erste Bildungs- und Begegnungsort zum NSU-Komplex eröffnet wurde. Das Vorhaben wird durch ein Konsortium zivilgesellschaftlicher Träger (Initiative Offene Gesellschaft e.V.; ASA-FF e.V., Chemnitz; RAA Sachsen e.V., Dresden) umgesetzt, welche für Einrichtung und Betrieb bis Ende 2025 je 2,0 Mio.€ Fördermittel von Bund und Freistaat Sachsen erhalten.
Gegenwärtig arbeitet das SMS daran, Trägerschaft und Finanzierung langfristig abzusichern und eine gute Zusammenarbeit mit dem von der Bundesregierung in Nürnberg geplanten Hauptstandort zum NSU-Komplex zu etablieren.