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FAQ

Die Zuwendung wird im Rahmen einer Projektförderung als Anteilsfinanzierung in Form eines Zuschusses gewährt. Es können bis zu 100.000 Euro pro Jahr beantragt werden. Der Einsatz von Eigenmitteln ist ausdrücklich erwünscht. Diese können auch als Eigenleistungen ("unbare Mittel") eingebracht werden. Träger sollten versuchen, auch Drittmittel für ihr Projekt einzuwerben, also kommunale Zuschüsse (beispielsweise über lokale Partnerschaften für Demokratie) oder Mittel von Stiftungen oder aus anderen Förderprogrammen.

Wir können noch nicht abschätzen, wie viele Bewerbungen uns erreichen werden. Die aktuell bereitgestellten Haushaltsmittel erlauben die Förderung von ungefähr zwölf Projekten über drei Jahre. Zusätzlich zur Förderung erhalten die Projekte aber eine fachliche und wissenschaftliche Begleitung und Unterstützung bei der strategischen Vernetzung, um so stärkere Wirkung entfalten zu können.

Was wird gefördert?
Wir suchen Projekte, die Orte für demokratische Praxis schaffen, also einen physischen Raum, wo sich Menschen begegnen, vernetzen und austauschen können, um demokratiestärkende Angebote für ihre Gemeinschaft zu entwickeln. Dieser Raum kann ein Zimmer sein, eine Etage, ein Haus, ein Garten, ein öffentlicher Raum… je nachdem, was es gibt und was Ihre Kommune braucht.

Die Förderung umfasst die Gestaltung und Einrichtung des "Ortes" sowie dessen Betreibungskosten (Sach- und Verwaltungskosten). Hinzu kommen die Kosten für qualifiziertes Personal, das die stattfindenden Prozesse und Projekte methodisch und didaktisch begleiten kann und soll.

Die Projektträger sollen an den "Orten" also weniger ihre eigenen Projektideen umsetzen, sondern den Raum öffnen und – samt Ausstattung und Personal – für andere lokale Initiativen und Projekte bereitstellen.

Dabei sind uns 5 Punkte wichtig:

  1. Es sollen gemischte Zielgruppen erreicht werden. Wenn es um die Gestaltung eines Spielplatzes geht, sollen also nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Ältere, Gewerbetreibende, Familien oder auch Angestellte mit wenig Zeit einbezogen werden. An den "Orten der Demokratie" sollen möglichst viele Perspektiven zusammenkommen, um Themen gemeinsam zu verhandeln.
     
  2. An einem "Ort der Demokratie" sollen relevante Themen verhandelt werden, die die Kommune, den Stadtteil oder die Gemeinschaft betreffen. Die Themen werden nicht durch den "Ort der Demokratie" vorgegeben, sondern von den Menschen eingebracht. Das Projektpersonal strukturiert Debatten, moderiert und bündelt Diskussionsstränge mit dem Ziel, dass der politische Streit konstruktiv wird. Dies kann zur Klärung von Zuständigkeiten führen, zu einer konkreten Umsetzungsplanung – oder zu der Erkenntnis, dass vorerst keine Einigung erzielt werden kann. Entsprechend steht an den "Orten der Demokratie" nicht das Ergebnis im Fokus, sondern der Prozess.
     
  3. Der Projektträger erprobt an dem "Ort der Demokratie" Methoden und Praktiken der politischen Bildung. Das können Design-Thinking-Methoden sein oder Methoden aus non-formalen Bildungsbereichen. Die Methoden sollen kollaborative, partizipative und demokratische Praktiken vermitteln, um demokratisch handelnden Initiativen Werkzeuge an die Hand zu geben, so dass sie demokratische Ansprüche auch im eigenen Handeln erfüllen können. Die Orte sind auch Labore, probieren aus, nutzen digitale Techniken, binden Menschen ein, die vielleicht anders nicht eingebunden werden können: Weggezogene, Zeitzeug/innen in anderen Ländern oder Menschen, die zu Hause sind und trotz Abendbrotessen mit ihren Kindern dabei sein wollen.
     
  4. Wir wünschen uns, dass der Ort für Nutzer/innengruppen offensteht, die selbständig selbstorganisierte Prozesse demokratischer Praxis umsetzen und sich für eine plurale und vielfaltsorientierte Gesellschaft in ihrem Ort einsetzen.
     
  5. Der Projektträger versteht sich als "Ermöglicher" in seiner Region und Gemeinschaft. Er baut Netzwerke auf und erkennt Bedürfnisse, die für das Gemeinwohl relevant sind. Er findet als Schnittstelle Akzeptanz und versteht sich als Verbündeter, um Türen zu öffnen und andere Akteure einzubinden.

Nein. Wichtig ist uns, dass diese Punkte als Ziele formuliert sind, die erreicht werden sollen. Es müssen nicht alle auf einmal erfüllt werden. Wir suchen Orte, die vielleicht schon erfahrener sind, aber genauso auch Orte, an denen es gerade erst losgeht und der Wille vorhanden ist, zu lernen und etwas Neues aufzubauen. Uns ist wichtig, dass reflektiert und glaubhaft dargestellt wird, ob bzw. wie schnell welche Ziele erreicht werden können.
Weiter unten finden sich noch die genauen Bewertungskriterien für die Auswahl.

Ja. "Orte der Demokratie" sollen vorrangig in Gemeinden mit weniger als 40.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gefördert werden. Wenn das Projekt nachweisen kann, dass es einen konkreten Stadtteilbezug gibt, können auch Projekte in Orten mit mehr als 40.000 Einwohner/innen gefördert werden Diese Abgrenzung sollte gut dargestellt und der konkrete Bedarf begründet werden. (Das gilt im Übrigen für alle Projekte: Auch in Städten bis 40.000 Einwohner/innen ist es sinnvoll, lokale Bezüge beispielsweise zu Stadtteilen herauszuarbeiten.)

Die Projekte können mit einer maximalen Dauer von bis zu drei Jahren gefördert werden. Der früheste Projektbeginn ist der 1. Januar 2022. Somit ist eine Gesamtprojektlaufzeit vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024 möglich. Projekte, die etwas später starten, können auch nur bis zum 31. Dezember 2024 gefördert werden.
Die geförderten Projekte werden dahingehend beraten, begleitet und vernetzt, frühzeitig Strategien zur Ko- oder Anschlussfinanzierung bzw. Verstetigung zu entwickeln.

Es gibt keine formale Begrenzung. Wir möchten, dass an den "Orten der Demokratie" qualifiziertes und engagiertes Personal hauptamtlich tätig ist, das sich fortbildet und sich als "lebenslang Lernende" versteht. Die Eingruppierung sollte entsprechend der Qualifikation des benötigten Personals vorgenommen und begründet werden. Nutzen Sie für die Kalkulation bspw. die Entgelttabellen des TV-L oder Ihren eigenen Haustarif.
Personalnebenkosten sind förderfähig.

Ja, in geringem Umfang, wenn die Investitionen zum Ausbau bzw. zur Gestaltung des "Ortes der Demokratie" zwingend nötig sind und nicht aus Eigenmitteln oder anderen Förderprogrammen gedeckt werden können. "Orte der Demokratie" sind keine Bauförderung; kleinere Umbauten und Gestaltungsmaßnahmen oder auch eine gute Digitalausstattung sind aber gut vorstellbar.
Investive Ausgaben sind nicht auf das erste Projektjahr begrenzt, sondern können über die gesamte Projektlaufzeit getätigt werden, dürfen aber nicht mehr als 35 Prozent der Gesamtsumme (gerechnet über alle Jahre) betragen und müssen jeweils gut begründet werden.

Es können nur juristische Personen, beispielsweise Vereine, gefördert werden, die überwiegend gemeinnützig tätig sind. Kommunen und kommunale Eigenbetriebe können ebenfalls Antragstellerinnen und Antragsteller sein. Einzelpersonen und Initiativgruppen können leider nicht gefördert werden.

Es muss eine Interessenbekundung abgegeben werden. Die Formulare und Fristen finden Sie auf unserer Website www.demokratie.sachsen.de. Wir brauchen eine (grobe) Kostenkalkulation und eine Beschreibung Ihrer Idee für einen "Ort der Demokratie". Um langfristige Wirkung entfalten zu können, sollte das Projektvorhaben mit der Kommune abgestimmt sein. Sollte es dazu bereits Unterstützungsschreiben oder Absichtserklärungen geben, reichen Sie diese bitte ein.

Nein, das ist nicht ausreichend für eine Förderung. Die "Orte der Demokratie" sollen offen sein für andere Gruppen und Initiativen, die eigene Themen mitbringen und gemeinwohlorientierte Ziele für eine plurale und vielfältige Gesellschaft verfolgen. Diese Gruppen sollen methodisch und fachdidaktisch darin begleitet werden, anhand ihrer eigenen Themen demokratische Praxis auszuprobieren oder einzuüben.

Eigene Projekte können dann an "Orten der Demokratie" durchgeführt werden, wenn die Bereitschaft da ist, den gesamten Prozess selbst zu durchleben, zu reflektieren und die Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Dies kann dann als Modell oder Inspiration für andere neue Projekte und Initiativen dienen. In jedem Fall sollten der Bildungsaspekt und ein Wissenstransfer im Mittelpunkt stehen.

Eine Initiative ist im besten Fall ein themenzentriertes Netzwerkprojekt. Das heißt, verschiedene Personen oder Akteure, die aus verschiedenen Kreisen und Netzwerken kommen, wollen gemeinsam ein konkretes Problem vor Ort lösen. Dafür finden sie sich zusammen und finden heraus wie, bis wann, mit wem und warum sie das Problem lösen wollen. Ob in der Initiative Menschen mit ihrer professionellen Rolle mitwirken oder ob es eine lose ehrenamtliche Idee ist, ist nicht entscheidend. Wichtig ist uns, dass die Initiative bereit ist, ihren eigenen Entscheidungsfindungsprozess begleiten und weiterentwickeln zu lassen. 

Wichtig ist uns, dass unterschiedliche Denkweisen, Perspektiven und Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen aufeinandertreffen. Das können Unterschiede sein in Alter, Herkunft, Beruf, Interessen, Einkommen, aber auch weltanschauliche Perspektiven, ob religiös, eher liberal oder konservativ. Wichtig ist uns auch, dass Perspektiven von marginalisierten, diskriminierten oder auch körperlich beeinträchtigten Menschen eingebunden werden. Auch Menschen, die vielleicht gar nicht mehr vor Ort sind, aber deren Perspektive trotzdem relevant ist, zum Beispiel Weggezogene, die sich weiterhin mit ihrem Ort identifizieren, könnten über digitale Techniken eingebunden werden.

Nein. Demokratie ist nichts Abstraktes, und über Regeln für unsere Gesellschaft entscheiden nicht nur Parlamente. Entscheidungen, die wir gemeinsam treffen, nehmen Einfluss auf andere. Daher wollen wir die zukünftigen Projektträger ermutigen auszuprobieren, welche aktuellen Formate, Methoden und Ideen es gibt, um besser miteinander demokratisch agieren zu können. Hilft es z.B. "Systemisches Konsensieren" oder eine "Stille Diskussion" auszuprobieren? Wir glauben, dass Initiativen erfolgreicher sind, ihre Ideen umzusetzen, wenn sie Methoden nutzen, die selbst demokratiestärkende, partizipative und kollaborative Elemente besitzen.

Es gibt nicht den einen festen Demokratiebegriff. Demokratie muss immer verschiedene Möglichkeiten und Perspektiven auch auf sich selbst zulassen. Wir mögen aber die Begriffsdefinition von PD Dr. Julia Schulze Wessel, die einen inklusiven Demokratiebegriff für uns beschrieben hat, den sie auch mit den zukünftigen Projektträgern diskutieren wird.
Schulze Wessel entwirft folgende Begrifflichkeit:

"Die Demokratie kann als eine politische Ordnung verstanden werden, die nie ‚fertig‘, sondern immer neugestaltet und ausgestaltet werden. Die 'Orte der Demokratie' sollten von dieser Offenheit und Verhandelbarkeit geprägt sein. Sie kann Inklusivität, Beweglichkeit und Gestaltbarkeit des 'Ortes der Demokratie' langfristig sichern. Die Verhandelbarkeit setzt jedoch gleichzeitig einen Rahmen voraus, der Grundprinzipien demokratischer Ordnung aufrechterhält. Klassischerweise wird dies in der politischen Ideengeschichte unter der Spannung zwischen Rechtsstaat und Demokratie verstanden." (Habermas 1994).

Aufgrund der Offenheit des Demokratiebegriffs eignet er sich besonders gut, um lebendige Narrative rund um den jeweiligen ‚Ort der Demokratie‘ zu entwickeln. Denn er enthält durch seine Unabgeschlossenheit ein Zukunftsversprechen, das auf Mitgestaltung angelegt ist.

Orte der Demokratie sind Orte der Autoren- und Autorinnenschaft (Zivilgesellschaft, Partizipation)

  • Freiheit als die Freiheit, sich selbst und die eigene Gestaltungsmacht im 'Orte der Demokratie' wiedererkennen zu können
  • Gleichheit als gleicher Anteil an der Autor/innenschaft
  • Pluralität als die Akzeptanz, dass ich nicht alleinige/r Autor/in bin
  • Solidarität als das 'Gewicht der Anderen’ und ‘die Kunst des Zuhörens’

Orte der Begegnung (gemeinsames Handeln, Lebenswelt)

  • Freiheit als ein ‚gemeinsam Erschaffen‘
  • Gleichheit als Begegnung von Freien und Gleichen
  • Pluralität als Begegnung mit jeweils anderen
  • Solidarität als gemeinsame Verbindung

Orte der Auseinandersetzung (Meinungsstreit und Aushandlung)

  • Freiheit als Meinungsfreiheit
  • Gleichheit als Gleichwertigkeit der Stimmen
  • Pluralität als Meinungsvielfalt, Perspektivenvielfalt
  • Solidarität als respektvolles Miteinander und empathisches Verstehen

Orte der Inklusion (Marginalisierungen entgegenwirken)

  • Freiheit als gemeinsames, alle einschließendes Handeln
  • Gleichheit als Zugangsgleichheit
  • Pluralität als Inklusion der Vielen
  • Solidarität als Offenhalten von Grenzen

Kurz:
'Orte der Demokratie' sind Laboratorien der Demokratie.

Wir können uns sehr viel vorstellen, zum Beispiel, dass ein verlassener Konsum als Treffpunkt wieder genutzt wird oder ein alter Bahnhof langfristig in einen gemeinwohlorientierten Ort verwandelt wird, an dem auch ein "Ort der Demokratie" seinen Platz findet. Selbstorganisation und Nachhaltigkeit sollten Bestandteile sein, wie bspw. bei der Nachnutzung oder Weiterentwicklung bestehender oder früherer (Gemeinschafts-) Räume. Wir freuen uns auf Ihre Ideen, vor allem auf die, auf die wir nicht kommen!

Wir glauben, dass die Vermittlung von Inhalten nicht nur über den Kopf passieren muss, sondern auch emotional erfahrbar sein darf. Dafür eignen sich sogenannte „Narrative Ansätze“, mit denen Inhalte vermittelt werden, in denen Geschichten erzählt werden. Dabei geht es immer auch um eine Vielzahl an Geschichten, nicht nur um die eine Wahrheit. Es bleibt an den Menschen selbst zu entscheiden, was sie für richtig oder falsch halten. (Wichtig dabei auch: Überwältigungsverbot/ Beutelsbacher Konsens).

Nein, nicht unbedingt. Es muss nicht alles schon vorhanden sein, die "Orte der Demokratie" bieten auch Raum zum Ausprobieren, die Projektträger sollen sich weiterqualifizieren. Die Offenheit und Bereitschaft zum Lernen und Ausprobieren demokratischer Praxis sollte jedoch deutlich werden.

Die geförderten "Orte der Demokratie" erhalten die Möglichkeit bedarfsorientierter Beratung und Weiterbildung sowie den Austausch und die Vernetzung mit anderen, gegebenenfalls erfahreneren, Trägern.

Input und Qualifizierungsangebote gibt es unter anderem von der neuen John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie an der TU Dresden: JoDDID

Begleitung bedeutet, dass der Projektträger nicht seine eigene Agenda, seine Inhalte und Themen setzt (wie sonst oft bei Demokratie- oder Engagementprojekten), sondern den Fokus darauf legt, Menschen zu finden und zusammenzuführen, die ihre eigenen Themen voranbringen möchten. Der "Ort der Demokratie" stellt dafür die Infrastruktur bereit: einen Raum und Personal, das sowohl die Ansprache dieser Menschen als auch die fachdidaktische Begleitung von deren Vorhaben und Debatten übernehmen kann. Der Prozess steht dabei im Mittelpunkt, nicht das (schnelle) Erreichen konkreter Ergebnisse.

Der "Ort" unterstützt, wenn es Hürden und Konflikte gibt, berät und vernetzt, übernimmt aber die alleinige Federführung für die eingebrachten Themen und Prozesse.

Grundsätzlich wünschen wir uns, dass es tatsächliche Räume gibt, wo sich Menschen begegnen können, um sich über demokratiestärkende Themen auszutauschen. Dieser Raum sollte groß genug und gut ausgestattet sein, um Gruppenprozesse durchzuführen. Es ist möglich, Anschaffungen und Herrichtung des Raumes, zum Beispiel Malerkosten oder Digitalisierungstechnik über das Projekt zu finanzieren.

Die Coronakrise hat gezeigt, wie wichtig digitale Mittel sein können. Wir finden, dass es sich gerade im ländlichen Raum gut leben lässt, aber dennoch gibt es Hürden, zum Beispiel große Entfernungen. Aber Beteiligung ist auch nicht immer leicht, manchmal muss man wegen der Kinder abends zu Hause bleiben, aber möchte dennoch an einer Veranstaltung teilnehmen. Oder man wohnt gar nicht mehr vor Ort, fühlt sich aber weiterhin verbunden und will vielleicht eines Tages zurückziehen, so dass man die Debatten und Entwicklungen vor Ort mitgestalten will. Oder es gibt Zeitzeugen und Zeitzeuginnen zu einem Thema, die man nicht mal eben einfliegen kann, oder Städtepartner/innen, die man nach ihrer Meinung fragen will. All das sind Beispiele für Situationen, wo digitale Instrumente helfen können, Perspektiven einzubinden, die analog nicht da sind. Wir wünschen uns daher, dass Digitalität an den "Orten" von vornherein als Ressource mitgedacht wird.

Auch die Demokratie braucht ihre Grenzen: Personen, die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richten oder in der Vergangenheit durch rassistische, gruppenbezogen menschenfeindliche, nationalistische, antisemitische, sexistische oder andere menschenverachtende Äußerungen oder Handlungen in Erscheinung getreten sind, können von den Orten ausgeschlossen werden.

Verwaltungskosten können als Sachkosten beantragt und abgerechnet werden. Sie werden dabei nicht als Pauschale nachgewiesen, sondern entsprechend der jeweiligen Höhe. Dadurch können auch mehr als bspw. 5% der Gesamtkosten als Verwaltungskosten abgerechnet werden. Sollte aus unvorhersehbaren Gründen nicht die gesamte Fördersumme benötigt werden, können die Verwaltungskosten trotzdem in voller Höhe abgerechnet werden, werden also nicht prozentual gekürzt.

Wir wollen, dass die Projekte Wirkung entfalten können. Das braucht oft mehr Zeit, als die Förderphasen zulassen. Unsere Anträge und Verwendungsnachweise möchten wir daher auch möglichst wirkungsorientiert gestalten. Die Abfrage gewisser Kennzahlen wird weiterhin nötig sein – wichtiger als die Anzahl durchgeführter Veranstaltungen ist uns aber die Frage, was die Teilnehmenden gelernt haben, welche Diskurse geführt werden, was sich entwickelt hat - oder auch, was überhaupt nicht geklappt hat. Darin können wichtige Lerneffekte für das eigene Projekt, für Ihre Kommune oder auch die anderen "Orte der Demokratie" liegen. Diese Erfahrungen sollen mit selbstgewählten Adressat/innen geteilt werden (zum Beispiel Bürgermeister/innen, Verwaltung oder andere zivilgesellschaftliche Akteure).

Auf der ersten Stufe, dem Interessenbekundungsverfahren, signalisieren Projektträger das Interesse an einer Förderung. Sie beschreiben ihren Bedarf und ihre Idee und legen eine grobe Kalkulation der zu erwartenden Kosten bei. Formale Nachweise über Qualifikationen des Personals, der Gemeinnützigkeit des Trägers etc. müssen hier noch nicht beigelegt werden – das Konzept und die Ausrichtung des Projektträgers stehen im Mittelpunkt.

Bis zum 23. August können Interessenbekundungen eingereicht werden. Aus allen Einreichungen wählt am 14. September eine externe Jury Projektträger aus, die zur Einreichung eines formalen Antrags – der Stufe 2 – aufgefordert werden. Während der Antragsphase gibt es Beratung, Begleitung und fachlichen Input, um den Projektantrag möglichst realistisch und mit gut formulierten Zielen auszuarbeiten.

Der Antrag muss bis Ende November vorgelegt werden, damit er bis Mitte Dezember geprüft und ein Bewilligungsbescheid erstellt werden kann.

Die Förderung kann ab 1. Januar 2022 beginnen.

Die Träger sollen bedarfsorientiert beraten und begleitet werden. Das bedeutet, dass sowohl Projektmanagement, Organisationsentwicklungsprozesse, punktuelle fachliche Weiterbildungen (beispielsweise zu antidemokratischen Netzwerken) als auch die fachdidaktische beziehungsweise methodische Qualifikation im Mittelpunkt stehen. Je nach Thema unterstützen einschlägige Kooperationspartner:innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft oder Verwaltung.

Die transparente Bewertung richtet sich an formalen und inhaltlichen Kriterien aus, die folgendermaßen gewichtet werden:

  • Inhaltliches Konzept: Klarheit und Stringenz der Beschreibung der Ziele und adäquater Maßnahmen, Breitenwirksamkeit der Zielgruppen, Kenntnisse von Methoden politischer Bildung, Darstellung der Notwendigkeit eines Ortes der Demokratie mittels einer Ist-Stand-Analyse, digitale Methodenkompetenz, Kenntnisse narrativer Ansätze - 50 Prozent
  • Vernetzungspotenzial: zielgruppenübergreifende Vernetzungskompetenz, Akzeptanz vor Ort, Einbindung marginalisierter Perspektiven, Einbindung und Aktivierung von ehrenamtlichem Engagement - 30 Prozent
  • Eignung des Trägers sowie des vorgesehenen Personals, Angemessenheit des Finanzierungskonzepts, Weiterentwicklungs- und Verstetigungspotenzial, Potenziale für Öffentlichkeitsarbeit und Außenwirkung - 20 Prozent

Bei der Förderentscheidung wird darüber hinaus eine möglichst breite regionale Verteilung der Projekte sowie eine Trägervielfalt angestrebt.

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